| Der Untertitel Die Sexualnot der weiblichen Strafgefangenen lässt Unerhörtes erwarten – verzweifelte erotische Exzesse, gefolterte Enthaltung, die ganze Skala der Anklagen gegen den ›humanen‹ Strafvollzug mit seiner brutalen Knechtung normalen Geschlechtslebens. Bei der Vorführung von EROS IN KETTEN war der Kinosaal »gestopft voll« berichtete die Münchner Neue Zeitung vom 24.9.1929. So erotisch-reißerisch wie damals angekündigt war der Film wohl nicht beabsichtigt. Ausgestattet mit den Ingredienzien eines Weimarer Aufklärungsfilms sollte er dem Publikum eher Hilfe und Trost als versteckte Leidenschaften spenden. Maria, Tochter des Rechnungsrats Faber, wird ungewollt schwanger und von der Kriminalpolizei in ein Mädchenerziehungshaus überwiesen, wo sie einen Knaben gebärt. An Leib und Seele gebrochen, kehrt sie mit Hoffnung auf ein Happy End in die elterliche Wohnung zurück. Der Film bildete mit der harmlosen Darstellung der Problematik den »staatstragenden Kontrast« zu Tintners beklemmendem CYANKALI. (Barbara Eichinger) http://filmmusik.at/
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